Meditation zum Palmsonntag
Liebe sei Tat – im Vertrauen
Matthäus 21,1-11

Zwischen Ruhe und Sturm,
eine Sandbank,
ein Zelt,
aufgerichtet
wie ein Versprechen.
Kinderhände,
die nicht warten:
Sie bauen,
helfen,
schützen.
Goldene Streifen
wie Spuren
der Nähe Gottes.
Sie rahmen das Bild,
halten die Welt,
zieren das Zelt.
Ein Zelt,
das offen für alle dasteht.
Ein Raum, der sagt:
Hier darfst du sein.
Und dort –
ein Weg nach Jerusalem,
ein König auf einem Esel,
kein Schwert,
nur Sanftmut,
nur die Kraft der Hingabe.
Die Menge ruft:
Hosanna!
Breitet Mäntel aus,
Palmzweige,
wie Brücken aus Vertrauen.
Eine Liebe als Tat?
Zwischen Jubel und Kreuz
liegt ein schmaler Grat,
wie die Sandbank im Meer.
Das Wasser steigt,
die Wolken drängen,
doch Liebe bleibt nicht nur ein Wort,
sie wird Tat,
oder sie vergeht.
Bin ich bereit,
den König zu empfangen,
der nicht herrscht,
sondern dient?
Bin ich bereit,
meine Liebe
in Hände zu legen,
die handeln?
Vielleicht beginnt das Reich Gottes
nicht in den Mauern Jerusalems,
sondern dort,
wo wir auf der Sandbank stehen,
zwischen Ruhe und Sturm,
und sagen:
Ich bleibe.
Ich baue.
Ich liebe –
bis sie Tat wird.
Einführung zu den Meditationen
Bildausschnitt: Hungertuch von Konstanze Trommer, (c)Misereor
Texte: Hannah Braucks, Misereor






