Meditation zur Osternacht
Liebe sei Tat – in der Auferstehung
Matthäus 28,1-10

Sie gehen.
Getrieben vom Schmerz,
erschüttert vom Verlust.
Die Nacht wiegt schwer.
Sie stehen am Grab.
Sie suchen den Stein.
Dann:
Ein Beben.
Ein Licht, das bricht.
Ein Engel, der spricht:
„Fürchtet euch nicht.“
Das gleiche Wort.
Die gleiche Verheißung.
Wie damals,
in der Nacht von Bethlehem.
Der Kreis schließt sich.
„Er lebt.“
Sie laufen.
Ins Leben.
Getragen
vom Staunen,
von Freude,
von Hoffnung
auf einen neuen Morgen.
Ein Anfang.
Leben bricht auf.
Tod hat keine Macht mehr
Christus lebt.
Und wir gehen los.
Auch heute.
In einer Welt,
die sich fürchtet,
die sich spaltet,
die im Sturm steht.
Wir suchen
einen Ort,
der hält.
Das Zelt steht offen,
seine Spitze tastet den Himmel.
Goldene Spuren im Grau,
ein Kreuz – kaum sichtbar.
Zwischen Stille und Sturm
wählen wir den Schritt nach vorn:
nicht auseinander,
sondern aufeinander zu.
Nicht zurück ins Schweigen,
nicht zurück in die Angst,
sondern hinaus ins Leben.
Wir sagen weiter,
was uns zugesprochen wurde.
Wir hören,
wo Worte fehlen.
Wir teilen,
wo Mangel eng macht.
Wir schützen,
was zerbrechlich ist.
Wir wagen
den ersten Schritt.
Christus geht uns voran.
Wir heben den Blick
und gehen ins Morgen.
Einführung zu den Meditationen
Bildausschnitt: Hungertuch von Konstanze Trommer, (c)Misereor
Texte: Hannah Braucks, Misereor






