Meditation zum 5. Fastensonntag
Liebe sei Tat – im Leben
Johannes 11,1-45

Ein Schmerz,
der nicht vergeht.
Eine Stille,
die lauthals schreit.
Eine Leere,
deren Last erdrückt.
Der Stein liegt schwer,
trennt Leben von Tod,
Hoffnung von Angst.
Anklagende Worte:
Warum warst du nicht da?
Er wäre nicht gestorben.
Jesus sieht hin –
und weint.
Er weint um einen Freund.
Er weint um diese Welt.
Auch ich stehe da:
vor dem Grab,
vor dem Sturm,
vor der Angst,
die alles zu verschlingen droht.
Doch ich sehe:
Kinder,
die einander halten,
die miteinander teilen,
die sich eine Zukunft erträumen.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben,“
spricht Jesus.
„Glaubst du?“, fragt er mich.
Ich glaube,
denke ich,
fühle ich,
spreche ich.
„Dann roll den Stein weg“,
höre ich ihn sagen
und ich verstehe:
Lass die Angst los.
Lass die Schuld los.
Lass die Zweifel los.
Glaube.
Welchen Stein rolle ich weg?
Wovon mache ich mich frei?
Wo verhelfe ich zum Leben?
Ich erkenne:
Wenn ich glaube,
dann ruft das Leben
mitten im Sturm.
Einführung zu den Meditationen
Bildausschnitt: Hungertuch von Konstanze Trommer, (c)Misereor
Texte: Hannah Braucks, Misereor






