Misereor Hungertuch 2025/26 erklärt

27.2.2026

Entdecken Sie die Ideen und Überlegungen hinter dem Hungertuch als Anstoß für eigene Gedanken. Und lassen Sie sich auch von den Meditationen einnehmen, die zu jedem Fastensonntag und den Ostertagen auf der Website von Herz Marien veröffentlicht werden, um Ihnen einen Zugang zur inneren Einkehr zu eröffnen.

Gemeinsam Träumen - Liebe sei Tat

Der Ausgangspunkt für den Titel des Hungertuchs 2025/26 ist eine Stelle im 1. Korintherbrief: "Alles, was ihr tut, das tut aus Liebe." Liebe als Tunwort, nicht als Gerede.

Auf den ersten flüchtigen Blick ein fröhliches Wimmelbild, zeigt die Idylle doch sehr bald Risse und klare Bezüge zu täglichen Nachrichten von Krieg bis Klimakatastrophe, die Zukunft als einen Ort ohne Hoffnung erscheinen lassen. Was gibt Kraft für eine andere Sicht auf das Morgen – eine, die inspiriert und Zuversicht schenkt? Im Titel heißt es „Liebe sei Tat“. Liebe scheint gerade weit weg zu sein. Oder doch nicht?

Die Kinder

Im Mittelpunkt des Hungertuchs stehen dreizehn Kinder: Sie leben – umgeben von Meer – allein auf einer kargen Sandbank ohne Pflanzen. Was wir nicht wissen: Weshalb ist die bunte Gruppe auf dieser Insel gestrandet? Die Kinder kommen von überallher: Nigeria, Brasilien, Indien, Afghanistan, Europa. Tatkräftig packen sie an und probieren aus, wie geschwisterliches Miteinander aussehen kann: sie kochen, fischen Kanister aus dem Wasser, sorgen für die Jüngeren und finden Zeit zum Spielen. Alle stehen in Beziehung zueinander. Niemand bleibt alleine. Die Frage ist nicht: Woher kommst du? Sondern: Wohin gehen wir gemeinsam?

Der Sturm

Das Bild ist zweigeteilt. Der Horizont links ist himmelblau und ruhig. Von rechts dagegen zieht ein bedrohliches Unwetter heran. Wir wissen nicht: trifft der Tornado die Kinder oder wird er vorbeiziehen? Die Szene erinnert an die von Menschen verursachte Veränderung des Klimas: Immer mehr Stürme, Überflutungen und Dürren richten große Schäden an und kosten viele Menschenleben.

Die Insel

Der kahle Sandstreifen ist keine Urlaubsinsel, die geeignet für Kinder wäre. Wir sehen Schönes und Bedrohliches auf kleinstem Raum beinander. Und doch legt das Bild Hoffnungsspuren: Es erzählt viele kleine Geschichten von trotziger Zuversicht, die sich der Gleichgültigkeit und Verzweiflung entgegenstemmen. Da ist das Mädchen aus Afghanistan mit dem schweren Baby auf dem Arm; der Junge, der fröhlich lachend mit dem Lemuren spielt; der Helikopterpilot, den jemand geschickt hat, dem das Schicksal der Kinder nicht gleichgültig sein mag.

Die Tiere

Einige Tiere begleiten die Kinder. Delfine umkreisen mit ihren Familien die Insel. Ein Lemur und ein Junge spielen miteinander. Der Storch sitzt auf dem Dach und schaut dem Sturm entgegen. All dies sind friedliche Tiere. Der Storch ist Symbol für Geburt und Neuanfang. Von Delfinen wird erzählt, dass sie Menschen auf dem Meer begleiten. Sie leiden unter dem Mikroplastik im Meer, das sie mit ihrer Nahrung aufnehmen. Lemuren sind in den Wäldern von Madagaskar zuhause und werden von Holzfällern immer mehr die Enge getrieben.

Das Zelt

In der Mitte der Insel steht ein weißes Zelt, dessen Eingang geöffnet ist. Gold umrandet es wie ein Schutz. All das erinnert an die Geschichte von Gott, der dem Volk Israel durch die Wüste in einem Zelt voranzog und versicherte: Ich bin da. Diese mobile Behausung nannten die Israeliten „Zelt der Begegnung“ Gottes mit den Menschen – im Glauben daran, dass Gott auch in verdunkelten Zeiten in unserer Mitte bleibt (vgl. Exodus 29). Alle sind in das „Zelt der Begegnung“ eingeladen. Zelte bieten ein mobiles Zuhause und auch Geflüchteten vorübergehend Schutz.

Das Kreuz

Drei goldene Streifen an den Rändern des Hungertuches deuten ein Kreuz an. Dieses christliche Zeichen nimmt die Szene in die Mitte und markiert sie als etwas Besonderes.

Die Zeltspitze

Allein tatkräftige Liebe, und nicht das Gerede darüber, hilft uns, Krisen zu bewältigen. Die Zeltspitze ragt in den Himmel wie eine „Antenne der Liebe“. Sie nimmt jeden Notschrei auf und hilft uns, die Sorgen der anderen in Liebe zu hören. Wir alle sind aufeinander angewiesen. Wenn Krisen kommen, merken wir, dass wir uns ändern müssen. Diesen Weg kann niemand für sich alleine gehen. Das schaffen wir nur, wenn wir uns gegenseitig helfen, nach vorne zu schauen und Träume und Ideen entwickeln.

Quelle: misereor.de
Text: Dr. Claudia Kolletzki, Misereor

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Über den Autor
Thomas Konetzny

Seit 2007 in der Pfarrei in unterschiedlichsten Bereichen engagiert, wie z. B. im Arbeitskreis Kunst, dem Arbeitskreis Geselliges sowie Arbeitskreis Medienarbeit.

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